
Die Orgel
...ist für mich kein historisches Instrument, sondern ein lebendiger Resonanzraum.
Seit ich sie vor über zwölf Jahren für mich entdeckt habe, arbeite ich mit ihr jenseits von Kategorien: zwischen klassischer Literatur, zeitgenössischen Klangsprachen, Filmmusik, Improvisation und eigener Musik.
Mich interessiert nicht die Orgel als Monument, sondern als atmendes Instrument – als Ort von Weite, Puls, Tiefe und Präsenz.
Meine Orgelprogramme entstehen aus diesem Zugang heraus: offen, konzentriert und immer im Dialog mit Raum, Zeit und Publikum.
Missa sine Nomine
Missa Sine Nomine - ein Orgelzyklus in fünf Teilen
Dieser Orgelzyklus orientiert sich an der Form der Messe, löst diese jedoch aus dem liturgischen Zusammenhang.
Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei werden hier nicht als Texte verstanden, sondern als musikalische Felder und innere Bewegungen.
Die Musik entsteht aus dem Zusammenspiel von freier Improvisation und klaren formalen Setzungen. Motive, Klangflächen und rhythmische Strukturen entwickeln sich im Moment und formen dennoch einen geschlossenen dramaturgischen Bogen. Der Raum und das jeweilige Instrument werden dabei zu aktiven Mitspielern.
Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei – jeder Teil folgt einer eigenen inneren Haltung.
Die Missa Sine Nomine ist für Kirchenräume konzipiert, richtet sich jedoch bewusst auch an Menschen jenseits konfessioneller Bindungen. Sie versteht sich als musikalische Erfahrung von Sammlung, Spannung, Weitung und Loslassen.
Die Aufführung wird durch kurze, freie Improvisationen vor und nach der Messe gerahmt. Diese eröffnen den Raum und halten den Nachklang und bleiben bewusst in klanglicher und geistiger Nähe des Werkes.
Beyond Time – Puls der Nacht
Ein spätes Orgelkonzert zwischen Zeitlosigkeit, Raum und Klang
Wenn der Tag leiser wird, verändert sich das Hören.
Klang bekommt Tiefe, Stille wird spürbar, Zeit verliert für einen Moment ihre Richtung. Beyond Time öffnet genau diesen Raum: einen Ort jenseits des Getakteten, getragen von Präsenz und innerer Bewegung.
Das Programm verbindet klassische Orgelwerke mit zeitgenössischer Musik, Filmmusik, eigenen Kompositionen, minimalistischen Strukturen und freier Improvisation. Zarte Bach-Präludien, ostinate Pulsbewegungen und Musik aus dem Moment formen einen Spannungsbogen zwischen Sammlung und Weite.
Gedacht ist dieses Konzert als bewusst spätes Format – in einer abgedunkelten Kirche, mit Raum für Konzentration, Stille und wache Wahrnehmung. Ein Orgelkonzert für Übergänge: zwischen Tag und Nacht, zwischen dem, was war, und dem, was sich neu ausrichtet.
Dialogues
Dialogues - ein zeitgenössischer musikalischer Raum für Begegnung
Begegnung zwischen Klang und Stille, zwischen Instrument und Raum,
zwischen dem, was im Moment entsteht, und dem, was gehört wird.
Im Zentrum steht das Hören. Nicht als Vorbereitung, sondern als gegenwärtige Praxis.
Aus diesem Hören heraus formt sich die Musik – offen, reagierend, ohne festgelegten Verlauf.
Dialogues kann als Solo-Orgel-Format realisiert werden oder im Zusammenspiel mit ausgewählten Gastmusiker*innen: Flöte, Cello, Trompete, Stimme, Schlagzeug oder Bass.
Die Besetzungen sind bewusst reduziert und entstehen aus dem jeweiligen Ort, seiner Akustik und der aktuellen Situation. Improvisation ist hier kein Stilmittel, sondern eine zeitgenössische Form von Komposition im Augenblick.
Ein Arbeiten mit Präsenz, Resonanz und Zeit.
Kompositorische Elemente können auftauchen und wieder verschwinden – nicht als Wiederholung, sondern als Spur.
Dialogues richtet sich an Orte, die Offenheit zulassen: Kirchen, sakrale Räume, besondere Konzertsäle. Räume, in denen Stille nicht Abwesenheit ist, sondern ein aktiver Teil des Geschehens.
Jede Aufführung ist einmalig.
Sie entsteht aus der Konstellation von Raum, Klang und Gegenwart – und hinterlässt einen Nachklang, der sich nicht festhalten lässt.
Joy of Being
Orgelmusik zwischen Leichtigkeit, Tiefe und Bewegung
Joy of Being ist ein Orgelprogramm, das Leichtigkeit, Lebendigkeit und Präsenz in den Mittelpunkt stellt.
Klassische Werke, zeitgenössische Kompositionen, Filmmusik, eigene Stücke und Improvisationen treten hier in einen offenen Dialog – rhythmisch, farbig, körperlich, zugleich tief und weit.
Joy of Being feiert das Dasein im Moment: nicht laut, nicht pathetisch, sondern klar, pulsierend und voller innerer Bewegung.
Ein Programm, das Orgel als Instrument der Freude, der Energie und des unmittelbaren Ausdrucks erfahrbar macht.
